• Um welches Gebiet geht es?

    Das Areal, um das es beim Dialogprozess geht, umfasst das Gebiet zwischen dem Bahnhof Alexanderplatz und dem Spreeufer gegenüber dem derzeit im Bau befindlichen Humboldt-Forum. Flankiert wird das Areal von der Karl-Liebknecht-Straße an der Nord-West-Seite und der Rathausstraße an der Süd-Ost-Seite, die jeweils durch großmaßstäbliche Wohnkomplexe mit Gewerbe im Sockelgeschoss den Stadtraum räumlich begrenzen. Das Gebiet wird durch die parallel zur Spree laufende Spandauer Straße in zwei Bereiche geteilt. Auf der Südseite liegen das Berliner Rathaus (Rotes Rathaus) sowie das Nikolai-Viertel, während an der nördlichen Seite die Marienkirche, die jüngste mittelalterliche Pfarrkirche Berlins, zu finden ist. Direkt am S-Bahn-Bogen am Alexanderplatz steht das mit 368 Metern höchste Gebäude Deutschlands, der Berliner Fernsehturm.

  • Gibt es bereits bestehende Planungen für den Ort?

    Nein, aktuell gibt es keine bindende Planung, die die zukünftige Entwicklung der Berliner Mitte festlegt. In der Vergangenheit hat es verschiedene Planungen und Ideenwettbewerbe (siehe Bibliothek unter Planungen) gegeben.

    In der Koalitionsvereinbarung 2006-2011 wird das Fortschreiben des Planwerks "Innere Stadt" als Rahmenplan für den Städtebau festgelegt. Ein Aufgabenschwerpunkt ist – nach Fertigstellung der U5 – die Entwicklung der Berliner Mitte. Für diesen Prozess möchte das Berliner Abgeordnetenhaus die Ergebnisse der Stadtdebatte zugrunde legen. Die daraus folgenden Beschlüsse werden über die weiteren Planungsschritte entscheiden.

    Der letzte große öffentliche Ideen-Workshop zur Berliner Mitte war der „Workshop Visionen 2009“. Die Idee zu dem Workshop zielte jedoch von Beginn an nicht auf eine verbindliche Planung ab. Ein Landschafts- und zwei Architekturbüros waren aufgefordert mögliche Visionen für den Stadtraum darzustellen. Die Visionen wurden anschließend öffentlich diskutiert und sollten als kreativer Input für die Diskussion von Entwicklungsstrategien dienen, um „sich von bekannten Polarisierungen zu lösen und den Kopf frei zu bekommen für kreative Ideen...." (so Senatsbaudirektorin Regula Lüscher). Zur Pflege und Bestandserhaltung wurden in den letzten Jahren das Umfeld der Marienkirche und des Fernsehturms in begrenztem Umfang überarbeitet. Zur besseren Fassung der stadträumlichen Situation im Bereich des historischen Festungsgrabens und der heutigen Stadtbahn wurde als Ergebnis des städtebaulichen Wettbewerbs Alexanderplatz der Bau des „Alea 101“ an der Ecke Rathausforum/Gontardstr. durch einen Bebauungsplan ermöglicht.

     

  • Was ist das Ziel des Projekts? Was passiert mit den Ergebnissen der Stadtdebatte?

    Ziel des Projekts ist es, die Berlinerinnen und Berliner, Interessierte und die Fachwelt einzuladen, über neue Nutzungs- und Entwicklungsmöglichkeiten der Berliner Mitte nachzudenken und zu diskutieren. Hierbei soll die Vielfalt der Perspektiven eingefangen werden: Was denken Kinder und Jugendliche über das Areal? Was meinen die Anwohner und was die Touristen...?
    Das Ergebnis der Diskussion soll die verschiedenen Perspektiven bündeln und ein gemeinsames Bild darüber vermitteln, wie der Stadtraum heute gesehen wird und was die Beteiligten zukünftig für die Gestaltung der Berliner Mitte für wichtig erachten.
    So will das Parlament einen Überblick über die Meinung der Bevölkerung gewinnen. Schließlich werden die gewählten Parlamentarier/innen im Berliner Abgeordnetenhaus die nächsten Verfahrensschritte zur Berliner Mitte mit Hilfe des zugrunde liegenden Dialogprozesses abstimmen.

  • Warum kann nicht alles bleiben wie es ist?

    Theoretisch kann natürlich auch alles bleiben wie es ist. Aber Stadt ist ein Gebilde, das immer im Wandel ist. Und die Berliner Mitte ist nicht irgendein Ort:  Der am Berliner Rathaus gelegene ca. 14 Hektar große Freiraum, der keinen offiziellen Namen hat, ist durch seine besondere zentrale Verortung, Verkehrsanbindung und seine historische Bedeutung ein Leuchtturmprojekt innerhalb der Berliner Stadtentwicklung.  Die Bezeichnung „Berliner Mitte“ deutet eigentlich schon an, dass hier ein großes Potential für Berlin und seine Menschen verborgen liegen könnte.

    Für die Entwicklung des Areals sind aus Sicht der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt folgende Aufgaben zu lösen:

    •               Identität und Funktionen überdenken und gegebenenfalls neu bestimmen

    •               Bedeutende Institutionen vor Ort einbinden und Nutzergruppen einbeziehen

    •               Geschichte sichtbar machen und in der zukünftigen Planung berücksichtigen

    •               Verkehrsplanung und -führung neu bewerten

    •               Vernetzung mit den umliegenden Stadtquartieren aufbauen

    •               Die Gestaltungsqualität und die Nutzbarkeit der Freiräume mit Bezug zu den herausragenden Gebäuden erhöhen